Ein Agent ist selten die richtige Antwort
Multi-Agent-Systeme durchlaufen gerade ihren Microservices-Moment: Statt eines Allzweck-Agenten mit dreißig Tools arbeiten spezialisierte Agenten an Teilaufgaben — koordiniert über einen Graphen, mit klaren Übergabepunkten und definierten Stellen für menschliche Freigabe.
Geeignet fürUnternehmen mit mehrstufigen Prozessen, die ein einzelner Agent mit dreißig Werkzeugen nicht zuverlässig …
A2A · MCP · offene Standards — Agenten bleiben austauschbar
Das Wichtigste auf einen Blick
- Geeignet für
- Unternehmen mit mehrstufigen Prozessen, die ein einzelner Agent mit dreißig Werkzeugen nicht zuverlässig abbildet
- Ausgangssituation
- Der Allzweck-Agent greift mit wachsendem Werkzeugkasten immer öfter daneben — und niemand sieht, an welcher Übergabe es scheitert
- Wir übernehmen
- Wir modellieren Ihren Ablauf als versionierten Ausführungsgraphen mit Freigabestellen, kurzlebigen Rechten je Sub-Agent und A2A-Handoffs
- Bei Ihnen bleibt
- Ihre Daten und die Entscheidung, welche davon ein Modell sehen darf. Eigentum und Hoheit wechseln nicht.
- Vorhandene Systeme
- Welche Hardware und welche Schnittstellen sich weiterverwenden lassen, klären wir vor dem Angebot. Das Ergebnis steht schriftlich fest, bevor Sie beauftragen.
- Ihr Ergebnis
- Jeder Schritt hat einen Zuständigen. Rechte enden mit der Teilaufgabe, irreversible Aktionen brauchen eine Freigabe
- Preisrahmen
- Workshop nach Aufwand, Rahmen im ErstgesprächBetrieb der Plattform ab 690 € im Monat, Business 1.490 €, Enterprise 3.900 €
- Reaktionszeit
- 99,95 % zugesicherte Verfügbarkeit der Plattform; Freigabefristen je Kante konfigurierbar, Standard 24 Stunden
- Dauer
- Erst der Graph-Entwurf, dann ein Pilot, dann der VertragAls Faustregel tragen 3–7 spezialisierte Sub-Agenten je Prozess, darüber wächst nur der Koordinationsaufwand
- Erster Schritt
- Bringen Sie einen echten Ablauf mit — wir zeichnen ihn im Workshop als Graphen mit Freigabestellen und Rechten
Drei Muster, die tragen
| Muster | Geeignet für | Kosten | Risiko |
|---|---|---|---|
| Ein Agent | Klar umrissene Aufgaben mit wenigen Werkzeugen und einem Erfolgskriterium. | niedrig | Wächst mit der Zahl der Tools: Auswahlfehler häufen sich. |
| Planner + Worker | Mehrstufige Prozesse mit unterschiedlichen Datenquellen und Rechten je Teilschritt. | mittel bis hoch | Planungsfehler pflanzen sich fort; Zwischenergebnisse müssen validiert werden. |
| Föderation (A2A) | Aufgaben, die eine andere Organisation besser erledigt — Dienstleister, Fachabteilung, Partner. | abhängig vom Partner | Vertrauensgrenze. Ohne signierte Agent Card ist der Gegenpart nicht verifizierbar. |
A2A: der horizontale Bus
A2A (Agent2Agent)
Offenes Protokoll für die Kommunikation zwischen eigenständigen Agenten über Organisationsgrenzen hinweg. Ein Agent delegiert eine Aufgabe an einen anderen, verfolgt deren Fortschritt und empfängt das Ergebnis — ohne die interne Umsetzung des Gegenübers zu kennen.
Agent Card
Maschinenlesbare Selbstbeschreibung eines Agenten unter /.well-known/agent-card.json: Fähigkeiten, Endpunkte, Authentifizierungsverfahren, Betreiber. Signierte Karten sind der Baseline-Schutz gegen gefälschte Registry-Einträge.
Handoff
Übergabe einer Teilaufgabe samt Kontext und zeitlich begrenzten Rechten an einen anderen Agenten. Entweder mit Streaming-Fortschritt oder als Fire-and-forget mit späterem Callback.
Bevor Sie A2A einsetzen, klären Sie die unangenehme Frage: Wer haftet, wenn der fremde Agent etwas auslöst? Wir modellieren Handoffs deshalb standardmäßig als Vorschlag mit Rückgabe, nicht als Vollmacht — die ausführende Aktion bleibt auf Ihrer Seite.
Den Graphen deklarieren
from hostspezial.agents import Graph, Agent, human_approval, handoff
graph = Graph(name="dispute", budget_eur=0.50)
# Jeder Sub-Agent bekommt nur die Tools seiner Teilaufgabe.
# Die Scopes werden beim Start des Laufs kurzlebig ausgestellt.
retrieval = Agent("retrieval", tools=["postgres.query", "docs.search"], scopes=["read:orders"])
analysis = Agent("analysis", tools=[], model="gross") # nur Urteil, keine Aktion
action = Agent("action", tools=["stripe.refund", "crm.update"], scopes=["write:refund"])
graph.edge("start", retrieval)
graph.edge(retrieval, analysis)
# Ueber 250 EUR entscheidet ein Mensch. Der Lauf wartet als
# Zustand, nicht als offener Prozess — Wartezeit kostet nichts.
graph.edge(analysis, action, when=lambda s: s.amount <= 250)
graph.edge(analysis, human_approval(queue="finance", ttl_h=24), when=lambda s: s.amount > 250)
# Strittige Faelle gehen als Vorschlag an einen Partner-Agenten.
# verify_card=True erzwingt eine gueltige Signatur der Agent Card.
graph.edge(analysis, handoff("https://partner.example/.well-known/agent-card.json",
mode="streaming", verify_card=True, returns="proposal"),
when=lambda s: s.disputed)Human-in-the-Loop ist ein Zustand, keine Wartezeit
Freigabekante erreicht
Der Lauf pausiert und wird als Datensatz gespeichert — kein offener Prozess, kein Polling.
Wartezustand mit Frist
Konfigurierbar je Kante des Graphen. Die Wartezeit kostet nichts, weil kein Prozess offen gehalten wird.
Reaktivierung oder Fallback
Erteilte Freigabe setzt den Lauf fort. Nach Fristablauf greift der definierte Fallback — meist Eskalation an eine zweite Warteschlange.
Was das nicht löst
Ehrliche Grenzen
Mehr Agenten heißt mehr Kontextgrenzen, an denen Information verloren geht. Ab etwa sieben Sub-Agenten haben wir in Projekten regelmäßig erlebt, dass Fehler nicht mehr aus einem einzelnen Schritt erklärbar sind, sondern aus der Übergabe zwischen zweien. Und A2A schafft kein Vertrauen: Eine signierte Agent Card beweist die Identität des Betreibers, nicht die Qualität seines Agenten.
Orchestrierung im Detail
/01Wann lohnt sich ein Multi-Agent-System gegenüber einem einzelnen Agenten?+
Wenn Teilaufgaben unterschiedliche Rechte brauchen, unterschiedliche Modellgrößen rechtfertigen oder parallel laufen können. Reines „mehr Agenten wirkt mächtiger“ kostet nur Koordination. Als Faustregel: Erst aufteilen, wenn ein einzelner Agent mehr als acht Tools bekommen würde.
/02Was ist der Unterschied zwischen MCP und A2A?+
MCP ist der vertikale Bus zwischen einem Agenten und seinen Werkzeugen. A2A ist der horizontale Bus zwischen eigenständigen Agenten. Sie konkurrieren nicht, sondern sitzen auf verschiedenen Ebenen — ein A2A-Partner nutzt intern wieder MCP. Details im Tool-Layer.
/03Wie werden Rechte an Sub-Agenten vererbt?+
Nicht durch Vererbung, sondern durch Ausstellung: Jeder Sub-Agent erhält beim Start eigene, kurzlebige Credentials mit genau den Scopes seiner Teilaufgabe. Ein Sub-Agent kann keine Rechte weiterreichen, die er selbst nicht hat — und keine, die er nicht braucht. Mehr dazu unter Agent Identity.
/04Was passiert, wenn ein Partner-Agent nicht antwortet?+
Der Handoff hat eine Frist. Läuft sie ab, gilt der definierte Fallback — in der Regel Bearbeitung im eigenen Haus oder Eskalation an einen Menschen. Der Lauf bleibt in der Zwischenzeit im Wartezustand und verbraucht keine Rechenzeit.
/05Kann ich einen Graphen ändern, während Läufe aktiv sind?+
Ja. Graphen sind versioniert; laufende Läufe beenden sich in ihrer Version, neue starten in der aktuellen. Das verhindert, dass ein Deployment mitten in einem mehrstündigen Lauf die Regeln wechselt.
/06Wie lange darf eine menschliche Freigabe offen bleiben?+
Standardmäßig 24 Stunden, konfigurierbar je Kante. Nach Ablauf greift der Fallback. Die Wartezeit kostet nichts, weil kein Prozess offen gehalten wird — siehe Durable Execution.
Weiter in der Plattform
↑ Agentic AI Infrastruktur
Die Übersicht über alle fünf Schichten.Runtime
Warum der Wartezustand einer Freigabe nichts kostet.Tool-Layer
MCP-Server, Registry und das Gateway vor jedem Aufruf.Security
Wie Sub-Agenten zu eigenen, eng geschnittenen Rechten kommen.Use Case: Support
Derselbe Graph an einem durchgerechneten Beispiel.Wir zeichnen Ihren Prozess als Graphen
Ablauf zerlegen.
Ob ein Vorgang einen Agenten braucht oder mehrere Schritte in fester Reihenfolge, entscheidet sich am konkreten Ablauf. Schicken Sie uns einen — wir zerlegen ihn mit Ihnen. Ausführlich beschrieben ist das unter Agentic AI.
Betrieb in deutschen Rechenzentren
