- Nextcloud ist ein modulares Open-Source-System aus Deutschland mit über 200 Erweiterungen und ohne Lizenzkosten für die Community Edition.
- SharePoint On-Premise verlangt neben der Server-Lizenz zusätzliche CALs sowie Office-Lizenzen pro Nutzer und bindet Unternehmen tief an das Microsoft-Ökosystem.
- Kostenvergleich für 50 Benutzer: Die jährlichen Kosten liegen bei Nextcloud bei rund 3.000 bis 5.000 EUR, bei SharePoint On-Premise dagegen bei rund 20.000 bis 35.000 EUR.
- Datensouveränität: Bei Nextcloud lässt sich der Quellcode auditieren, während Nutzer bei SharePoint auf Microsofts proprietäre Implementierung ohne eigene Code-Audits vertrauen müssen.
- Managed-Betrieb: HostSpezial betreibt Nextcloud im deutschen Rechenzentrum inklusive Updates, Backups und 24/7-Monitoring bei voller Datensouveränität.
Unternehmen, die ihre Daten nicht in die Public Cloud geben möchten, stehen vor einer zentralen Frage: Nextcloud oder SharePoint On-Premise? Beide Plattformen bieten umfassende Collaboration-Funktionen, unterscheiden sich jedoch grundlegend in Philosophie, Kostenstruktur und Einsatzszenarien. Dieser Vergleich hilft Ihnen bei der Entscheidung.
/01Die Plattformen im Überblick
Nextcloud ist eine Open-Source-Plattform aus Deutschland, die als Dropbox-Alternative gestartet ist und sich zur vollwertigen Collaboration-Suite entwickelt hat. Der Quellcode ist frei verfügbar, professioneller Support wird über die Nextcloud GmbH angeboten.
SharePoint On-Premise ist Microsofts Enterprise-Lösung für Dokumentenmanagement und Zusammenarbeit. Als Teil des Microsoft-Ökosystems integriert es sich nahtlos mit Office, Teams und Active Directory - erfordert aber entsprechende Lizenzen und Windows-Server-Infrastruktur.
Nextcloud
- Open Source (AGPLv3)
- Keine Lizenzkosten für Community Edition
- Entwickelt in Deutschland
- Apps für alle Plattformen
- Modulares App-System mit 200+ Erweiterungen
SharePoint On-Premise
- Proprietär (Microsoft)
- Server-Lizenz + CALs erforderlich
- Teil des Microsoft-Ökosystems
- Tiefe Office-Integration
- Workflow-Engine (Power Automate lokal begrenzt)
Wenn die Wahl auf Nextcloud fällt: Managed Nextcloud aus deutschen Rechenzentren— inklusive Updates, Backup, Support und Migration vom Fileserver.
/02Funktionsvergleich im Detail
File Sharing und Synchronisation
Beim Kernthema Dateiablage sind beide Plattformen ausgereift. Nextcloud bietet Desktop-Clients für Windows, macOS und Linux sowie mobile Apps für iOS und Android. Die Synchronisation ist zuverlässig, Versionierung und Papierkorb sind Standard. Besonders praktisch: Dateien lassen sich per Link teilen, mit Passwortschutz und Ablaufdatum versehen.
SharePoint synchronisiert über den OneDrive-Client und integriert sich tief in den Windows Explorer. Für reine Windows-Umgebungen ist das ein Vorteil - der Client ist vorinstalliert und die Integration nahtlos. Allerdings ist die Linux-Unterstützung eingeschränkt.
Praxis-Tipp: Nextcloud unterstützt das WebDAV-Protokoll - Sie können Dateien also auch ohne Client direkt im Dateimanager einbinden. Das ist besonders für Linux-Server und automatisierte Backup-Prozesse praktisch.
Kalender und Kontakte
Nextcloud bringt vollwertige CalDAV- und CardDAV-Server mit. Kalender und Kontakte synchronisieren mit Outlook (via Plugin), Thunderbird, Apple-Geräten und jedem standardkonformen Client. Ressourcenbuchung, Freigaben und Einladungen funktionieren zuverlässig - alles ohne Zusatzkosten.
SharePoint selbst hat keine native Kalenderfunktion - diese kommt über Exchange Server oder Microsoft 365. Die Integration ist nahtlos, erfordert aber zusätzliche Lizenzen und Infrastruktur. Für On-Premise-Szenarien bedeutet das: Exchange Server aufsetzen, weitere CALs kaufen.
Office-Integration
Hier zeigt sich ein wesentlicher Unterschied zwischen den Plattformen:
Nextcloud Office
Basiert auf Collabora Online (LibreOffice) oder OnlyOffice. Kollaboratives Bearbeiten im Browser, gute Kompatibilität mit Microsoft-Formaten. Open Source, keine Zusatzkosten.
SharePoint + Office
Native Integration mit Microsoft Office. Co-Authoring funktioniert perfekt, volle Formatkompatibilität garantiert. Erfordert Office-Lizenzen pro Nutzer.
Nextcloud Talk
Integrierte Chat- und Videolösung. Screensharing, Gäste-Links, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung optional. Ersetzt Zoom oder Teams für viele Anwendungsfälle.
SharePoint + Teams (hybrid)
Integration mit Microsoft Teams für Chat und Video. On-Premise ist Teams jedoch nicht verfügbar - hier braucht es Cloud-Anbindung oder Skype for Business.
/03Kostenvergleich
Die Kostenstrukturen unterscheiden sich fundamental - ein ehrlicher Vergleich für 50 Benutzer:
| Kostenart | Nextcloud | SharePoint On-Premise |
|---|---|---|
| Software-Lizenz | 0 EUR (Community) oder ca. 1.800 EUR/Jahr (Enterprise) | Server-Lizenz ca. 7.000 EUR + 50 CALs ca. 5.000 EUR |
| Office-Integration | Collabora/OnlyOffice inklusive oder günstig | 50 Office-Lizenzen ca. 7.500-20.000 EUR |
| Server-Infrastruktur | Linux-Server, moderate Ressourcen (ca. 100 EUR/Monat) | Windows Server + SQL Server Lizenzen (ca. 5.000+ EUR) |
| Administration | Web-UI, einfache LDAP-Integration | PowerShell, komplexere Wartung, mehr Aufwand |
| Jährliche Kosten (geschätzt) | ca. 3.000-5.000 EUR | ca. 20.000-35.000 EUR |
Fazit Kosten: Nextcloud ist bei On-Premise-Szenarien deutlich günstiger - selbst mit Enterprise Support. Der Unterschied wächst mit der Nutzerzahl und wird bei 100+ Usern noch deutlicher.
/04Sicherheit und Compliance
Beide Plattformen bieten solide Sicherheitsfunktionen, mit unterschiedlichen Schwerpunkten:
- Verschlüsselung: Nextcloud unterstützt serverseitige und optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. SharePoint verschlüsselt at-rest mit BitLocker/TDE.
- Zugriffskontrolle: Beide integrieren Active Directory und LDAP. Nextcloud bietet zusätzlich TOTP, WebAuthn und externe App-Passwörter.
- Audit-Logs: Nextcloud protokolliert granular alle Zugriffe. SharePoint bietet Audit-Logging, aber nicht in allen Editionen.
- DSGVO: Nextcloud ist DSGVO-konform by Design - deutsches Unternehmen, Daten bleiben bei Ihnen. SharePoint On-Premise ist ebenfalls konform, erfordert aber sorgfältige Konfiguration.
Datensouveränität: Mit Nextcloud behalten Sie volle Kontrolle über den Quellcode. Bei SharePoint vertrauen Sie auf Microsofts proprietäre Implementierung - Audits des Quellcodes sind nicht möglich.
/05Wann welche Plattform?
Die Entscheidung hängt von Ihren spezifischen Anforderungen ab:
Nextcloud wählen bei:
Budget-Beschränkungen, Linux-Umgebungen, Datensouveränität als Priorität, heterogenen Client-Landschaften.
Open-Source-Präferenz
Wenn Sie Herstellerabhängigkeit vermeiden und Code-Audits durchführen möchten.
DSGVO-kritische Branchen
Gesundheitswesen, Anwälte, Behörden - wo maximale Kontrolle über Daten erforderlich ist.
SharePoint wählen bei:
Microsoft-zentrierten Umgebungen, komplexen Workflows, tiefer Office-Integration als Muss.
Enterprise-Workflows
Wenn Power Automate, InfoPath-Formulare oder SharePoint Designer intensiv genutzt werden.
Bestehende MS-Lizenzen
Wenn bereits Enterprise Agreement mit Microsoft besteht und Office-Lizenzen vorhanden sind.
/06Migration und Koexistenz
Der Wechsel zwischen den Plattformen ist machbar, erfordert aber sorgfältige Planung:
- Dateimigration: Beide Plattformen unterstützen WebDAV - Tools wie rclone oder spezialisierte Migrations-Tools kopieren Daten zuverlässig.
- Metadaten: SharePoint-spezifische Metadaten, Workflows und Berechtigungen lassen sich nicht 1:1 übernehmen und müssen manuell migriert werden.
- Benutzer: Bei gemeinsamer AD/LDAP-Basis behalten User ihre Zugänge - die Authentifizierung funktioniert weiter.
- Parallelbetrieb: Beide Systeme können während einer Übergangsphase parallel laufen - so minimieren Sie das Risiko.
/07Häufige Fragen zu Nextcloud vs. SharePoint
Was ist der größte Unterschied zwischen Nextcloud und SharePoint?
Nextcloud ist Open Source und setzt auf Datensouveränität — Sie betreiben die Plattform selbst, ohne Lizenzkosten. SharePoint ist ein Microsoft-Produkt mit tiefer Office-Integration und Enterprise-Workflows, aber mit Client-Access-Lizenzen und einer engen Bindung an das Microsoft-Ökosystem.
Ist Nextcloud eine echte Alternative zu SharePoint?
Für die meisten mittelständischen Unternehmen: ja. Nextcloud bietet File Sharing, Kalender, Kontakte, Office-Integration (Collabora/OnlyOffice), Video-Meetings und Workflows. Grenzen zeigt Nextcloud bei SharePoint-spezifischen Features wie Power Automate, komplexen InfoPath-Formularen oder tiefer Teams-Integration.
Was kostet Nextcloud im Vergleich zu SharePoint?
Nextcloud selbst ist kostenlos (Open Source). Kosten entstehen für Hosting, Betrieb und optional den Enterprise-Support. SharePoint On-Premise benötigt Server-Lizenzen plus CAL pro Nutzer — typische Gesamtkosten liegen deutlich höher als ein vergleichbares Nextcloud-Setup, insbesondere bei vielen Nutzern.
Ist Nextcloud DSGVO-konform?
Ja. Wenn Sie Nextcloud in einem Rechenzentrum innerhalb der EU betreiben und den Zugriff sauber absichern, ist der Betrieb DSGVO-konform. Sie haben volle Kontrolle über Datenspeicherorte, Verschlüsselung und Zugriffsrechte — im Gegensatz zu SharePoint Online, wo Daten potenziell US-Zugriff unterliegen.
Kann ich von SharePoint zu Nextcloud migrieren?
Ja. Dokumente lassen sich über WebDAV, Migrations-Tools oder direkten File-Export übertragen. Komplexer wird die Migration bei benutzerdefinierten SharePoint-Workflows, Listen und feingranularen Berechtigungsstrukturen — diese müssen in Nextclouds Flow- und Groups-Konzept neu abgebildet werden.
Gibt es Nextcloud als Managed Service?
Ja. HostSpezial betreibt Nextcloud im deutschen Rechenzentrum — inklusive Updates, Backups und 24/7-Monitoring. Sie nutzen die Plattform wie einen Cloud-Service, behalten aber volle Datensouveränität und vermeiden die Lizenzstrukturen von Microsoft 365.
/08Fazit: Die richtige Wahl treffen
Nextcloud ist die richtige Wahl, wenn Sie Wert auf Datensouveränität, kostengünstigen Betrieb und Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern legen. Die Plattform hat sich vom einfachen Dropbox-Ersatz zur vollwertigen Collaboration-Suite entwickelt und deckt für die meisten mittelständischen Unternehmen alle Anforderungen ab.
SharePoint On-Premise macht Sinn, wenn Sie bereits tief im Microsoft-Ökosystem verwurzelt sind, komplexe Enterprise-Workflows benötigen und die Lizenzkosten kein Hindernis darstellen. Die Integration mit Office ist unübertroffen - aber dieser Vorteil hat seinen Preis, sowohl finanziell als auch in Bezug auf die Abhängigkeit.
Für viele mittelständische Unternehmen bietet Nextcloud das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Kombination aus niedrigen Kosten, voller Datenkontrolle und ausgereiften Funktionen macht es zur attraktiven Alternative - besonders wenn Datenschutz, DSGVO-Compliance und Herstellerunabhängigkeit im Vordergrund stehen.
