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Open Source Storage 22. Februar 2026 12 Min. Lesezeit

Ceph Storage: Enterprise-Storage ohne Lizenzkosten

Klassische SAN-Systeme kosten ein Vermögen. Ceph bietet hochverfügbaren, skalierbaren Storage auf Standard-Hardware - ohne Vendor Lock-in und ohne Lizenzgebühren.

Traditionelle SAN-Systeme von NetApp, EMC oder HPE kosten schnell sechsstellige Beträge - und das ohne die jährlichen Wartungskosten. Ceph bietet die gleiche Funktionalität auf Commodity-Hardware, ist vollständig Open Source und läuft auf jedem Linux-System.

0€
Lizenzkosten
EB
Skalierbar bis
3x
Replikation
99.99%
Verfügbarkeit

Was ist Ceph?

Ceph ist ein verteiltes Storage-System, das auf dem RADOS-Algorithmus (Reliable Autonomic Distributed Object Store) basiert. Es wurde ursprünglich als Forschungsprojekt entwickelt und ist heute eines der am weitesten verbreiteten Open-Source-Storage-Systeme - genutzt von Unternehmen wie CERN, Bloomberg und Deutsche Telekom.

Das Besondere an Ceph: Es bietet alle drei Storage-Typen in einem System:

  • Block Storage (RBD): Für virtuelle Maschinen und Container - direkt vergleichbar mit klassischen SAN-LUNs
  • Object Storage (RGW): S3-kompatibel für Cloud-native Anwendungen und Backups
  • File Storage (CephFS): POSIX-kompatibles verteiltes Dateisystem für gemeinsamen Zugriff
Ceph Architektur
Clients VMs, Container, Applikationen
RADOS GW S3/Swift-kompatibles Object Gateway
RBD Block Device für VMs & Container
CephFS Verteiltes POSIX-Dateisystem
RADOS Verteilter Object Store mit CRUSH-Algorithmus

Warum Ceph statt klassischem SAN?

Die Gründe für Ceph sind vielfältig:

1. Kosten

Ein NetApp-System für 100 TB kostet schnell 200.000€ oder mehr. Die gleiche Kapazität mit Ceph auf Standard-Servern: etwa 30.000-50.000€ in Hardware - ohne Lizenzkosten, ohne Wartungsverträge in der Größenordnung von 20% pro Jahr.

2. Keine künstlichen Limits

Proprietäre Systeme begrenzen oft Features oder Kapazität durch Lizenzen. Bei Ceph gibt es keine künstlichen Beschränkungen - Sie nutzen, was die Hardware hergibt.

3. Skalierbarkeit

Ceph skaliert linear. Mehr Kapazität benötigt? Fügen Sie OSDs hinzu. Mehr Performance? Mehr Nodes. Keine Forklift-Upgrades, keine Storage-Controller-Bottlenecks.

4. Selbstheilung

Fällt ein OSD aus, verteilt Ceph die Daten automatisch auf die verbleibenden Nodes. Keine manuelle Intervention, kein Rebuild-Management.

Wichtig: Ceph ist komplex. Die Einarbeitung dauert, und für den produktiven Betrieb brauchen Sie Know-how. Aber mit der richtigen Planung und Unterstützung ist Ceph absolut Enterprise-tauglich.

Ceph und Proxmox: Die perfekte Kombination

Proxmox VE hat Ceph nativ integriert. Das bedeutet: Sie können einen Ceph-Cluster direkt über die Proxmox-Oberfläche verwalten - ohne separate Tools oder Kommandozeile (obwohl die natürlich auch verfügbar ist).

Ein typisches Setup:

  • 3 Proxmox-Nodes: Jeder Node ist gleichzeitig Hypervisor und Ceph-OSD-Host
  • Dediziertes Ceph-Netzwerk: 10 GbE oder 25 GbE für Ceph-Traffic
  • NVMe SSDs: Für OSDs - Performance ist kritisch
  • 3x Replikation: Jedes Objekt wird auf 3 verschiedene Nodes geschrieben

Das Ergebnis: Hochverfügbarer Storage, der automatisch mit dem Cluster mitwächst, ohne externe Storage-Arrays, ohne Single Point of Failure.

Sizing-Empfehlungen

Die richtige Hardware-Dimensionierung ist entscheidend für Ceph-Performance:

Komponente Minimum Empfohlen
Anzahl Nodes 3 5+ für große Cluster
RAM pro OSD 4 GB 8 GB bei BlueStore
Netzwerk 10 GbE 25 GbE dediziert
OSD-Disks SATA SSD NVMe SSD
WAL/DB Device Nicht erforderlich Dedizierte NVMe
MON/MGR RAM 2 GB 8 GB bei großen Clustern

Performance-Tipps

Aus unserer Erfahrung mit Ceph-Deployments:

  • Netzwerk ist alles: Dediziertes Ceph-Netzwerk mit mindestens 10 GbE, besser 25 GbE. Kein Sharing mit VM-Traffic.
  • Homogene OSDs: Alle OSDs sollten gleich groß sein. Unterschiedliche Größen führen zu ungleicher Verteilung.
  • Nicht überprovisionieren: Ceph braucht freien Platz für Rebalancing. Maximal 85% Belegung.
  • Tune, tune, tune: Default-Settings sind konservativ. scrub_*-Parameter, recovery_max_active und osd_memory_target anpassen.
  • Monitoring: Ceph liefert exzellente Metriken. Prometheus + Grafana für Dashboards nutzen.

Wann ist Ceph nicht die richtige Wahl?

Ceph ist nicht für jeden Anwendungsfall optimal:

  • Kleine Umgebungen: Unter 3 Nodes lohnt sich Ceph nicht. ZFS auf lokalen Disks ist einfacher.
  • Extrem niedrige Latenz: Für Sub-Millisekunden-Latenz sind lokale NVMe oder FC-SANs besser.
  • Kein Know-how: Ceph erfordert Einarbeitung. Ohne dedizierte Betriebskompetenz wird es schwierig.
  • Legacy-Workloads: Manche ältere Anwendungen kommen mit verteiltem Storage nicht zurecht.

Fazit: Ceph ist reif für Enterprise

Ceph hat sich von einem Forschungsprojekt zu einer Enterprise-Storage-Plattform entwickelt. Die Kombination aus Skalierbarkeit, Flexibilität und Kosteneffizienz macht es zur idealen Wahl für Unternehmen, die sich von proprietären SAN-Systemen befreien wollen.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der richtigen Planung und im Know-how. Mit einem erfahrenen Partner an der Seite ist Ceph absolut produktionstauglich.

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