- Lizenzkosten von 16.000 auf 48.000 Euro: Nach der Broadcom-Übernahme von VMware hätten sich die jährlichen Lizenzkosten dieses Maschinenbauers von 16.000 auf 48.000 Euro verdreifacht.
- Migration in drei Wochenenden: Ein 3-Node-Proxmox-Cluster mit Ceph Storage übernahm die produktiven VMs schrittweise über drei Wochenenden, ohne den 24/7-Produktionsbetrieb zu unterbrechen.
- 0 Stunden ungeplante Ausfallzeit: Seit dem Go-Live gab es 0 Stunden ungeplante Ausfallzeit bei einer gemessenen Verfügbarkeit von 99,99 %.
- 85 Prozent Kostenersparnis: Der Wechsel von VMware zu Proxmox VE senkte die jährlichen Kosten um 85 %, das entspricht einer Ersparnis von 40.800 Euro pro Jahr.
- ROI nach 6 Monaten positiv: Bei einmaligen Migrationskosten von 18.000 Euro war der Return on Investment bereits nach 6 Monaten positiv.
/01Ausgangssituation
Das Unternehmen - ein Maschinenbauer mit 180 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 35 Millionen Euro - betrieb seine Virtualisierungsinfrastruktur seit 2016 auf VMware vSphere. Nach der Broadcom-Übernahme Ende 2023 kam im Frühjahr 2024 der Schock: Die neue Lizenzstruktur hätte die jährlichen Kosten verdreifacht.
Die Herausforderung
- Lizenzkostensteigerung: Von 16.000 auf 48.000 Euro pro Jahr nach dem Broadcom-Modell
- Planungsunsicherheit: Keine Garantie für zukünftige Preisstabilität
- Vendor Lock-in: Tiefe Integration mit VMware-Ecosystem (vCenter, vSAN, vRealize)
- Kritische Workloads: ERP-System (SAP Business One), CAD-Arbeitsplätze, Produktionssteuerung
- Keine Ausfallzeit: 24/7-Produktion mit Just-in-Time-Fertigung
Das Dilemma: Einerseits war eine schnelle Entscheidung nötig, da das VMware-Renewal anstand. Andererseits durfte die Migration keine Risiken für den Produktivbetrieb bedeuten. Eine komplette Neubeschaffung mit Microsoft Hyper-V oder Nutanix wäre ebenfalls teuer geworden.
/02Lösung: Proxmox VE mit Ceph Storage
Nach einer zweiwochigen Evaluierungsphase fiel die Entscheidung auf Proxmox VE - die Open-Source-Virtualisierungsplattform, die Enterprise-Features ohne Lizenzkosten bietet.
Migrationskonzept
Wir entwickelten einen Drei-Phasen-Plan, der parallelen Betrieb ermöglichte und schrittweise Workloads verschob:
- Phase 1 - Infrastruktur: Aufbau eines 3-Node Proxmox Clusters mit Ceph Storage auf der bestehenden Hardware
- Phase 2 - Test-Migration: Nicht-kritische Systeme (Fileserver, Testumgebungen) als Proof-of-Concept
- Phase 3 - Produktiv-Migration: Schrittweise Migration der produktiven VMs über drei Wochenenden
Technische Umsetzung
Die bestehende Hardware wurde wiederverwendet - drei Dell PowerEdge R740 Server mit je 512 GB RAM und NVMe-Storage. Die VMware-zu-Proxmox-Migration erfolgte mit dem Tool "qm importdisk" nach vorheriger Konvertierung der VMDK-Dateien.
Besondere Herausforderungen
Die CAD-Arbeitsplätze erforderten GPU-Passthrough für NVIDIA Quadro Karten. Proxmox unterstützt dies nativ, allerdings mussten die VM-Konfigurationen angepasst werden. Das ERP-System (SAP Business One auf SQL Server) wurde während eines geplanten Wartungsfensters migriert - inklusive vorherigem Datenbank-Konsistenzcheck.
/03Ergebnis: 85 % Kostenersparnis
Nach drei Wochen Projektlaufzeit war die Migration abgeschlossen. Das Ergebnis übertraf die Erwartungen:
Kostenvergleich im Detail
- VMware (Broadcom-Modell): 48.000 Euro/Jahr (vSphere + vCenter + Support)
- Proxmox VE mit Support: 7.200 Euro/Jahr (Community Subscription für 3 Nodes)
- Einmalige Migrationskosten: 18.000 Euro (Beratung + Umsetzung)
- ROI: Nach 6 Monaten bereits positiv
Weitere Vorteile
- Bessere Performance: Ceph Storage liefert höhere IOPS als die alte vSAN-Konfiguration
- Einfachere Verwaltung: Proxmox WebUI intuitiver als vCenter für das kleine IT-Team
- Zukunftssicher: Keine Abhängigkeit von Broadcom-Entscheidungen
- Skalierbar: Weitere Nodes können jederzeit hinzugefuegt werden
Fazit des IT-Leiters: "Die Migration war einfacher als erwartet. Proxmox bietet alles, was wir von VMware kannten - HA, Live-Migration, Snapshots - aber ohne die Lizenzkosten. Die eingesparten 40.000 Euro pro Jahr investieren wir jetzt in Security und Backup."
/04Learnings für Ihre Migration
Aus diesem Projekt haben wir wichtige Erkenntnisse gewonnen, die auch für andere VMware-Migrationen relevant sind:
- Hardware-Kompatibilität prüfen: Nicht jede Server-Hardware wird von Proxmox optimal unterstützt
- Storage-Strategie definieren: Ceph, ZFS oder lokaler Storage - die Wahl beeinflusst Performance und Kosten
- Backup vor Migration: Immer einen Rollback-Plan haben
- Testmigration durchführen: Erst nicht-kritische Systeme, dann Produktiv-Workloads
- Schulung einplanen: Das IT-Team muss mit der neuen Plattform vertraut sein
In diesem Projekt haben wir den Cluster nach dem Go-live in den laufenden Managed-Virtualisierungs-Betrieb übernommen — inklusive Patch-Management, Ceph-Monitoring und HA-Tests, damit das interne Team sich nicht um den Tagesbetrieb kümmern muss.
