Ausgangssituation
Das Unternehmen - ein Maschinenbauer mit 180 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 35 Millionen Euro - betrieb seine Virtualisierungsinfrastruktur seit 2016 auf VMware vSphere. Nach der Broadcom-Übernahme Ende 2023 kam im Frühjahr 2024 der Schock: Die neue Lizenzstruktur hätte die jährlichen Kosten verdreifacht.
Die Herausforderung
- Lizenzkostensteigerung: Von 16.000 auf 48.000 Euro pro Jahr nach dem Broadcom-Modell
- Planungsunsicherheit: Keine Garantie für zukuenftige Preisstabilität
- Vendor Lock-in: Tiefe Integration mit VMware-Ecosystem (vCenter, vSAN, vRealize)
- Kritische Workloads: ERP-System (SAP Business One), CAD-Arbeitsplätze, Produktionssteuerung
- Keine Ausfallzeit: 24/7-Produktion mit Just-in-Time-Fertigung
Das Dilemma: Einerseits war eine schnelle Entscheidung nötig, da das VMware-Renewal anstand. Andererseits durfte die Migration keine Risiken für den Produktivbetrieb bedeuten. Eine komplette Neubeschaffung mit Microsoft Hyper-V oder Nutanix wäre ebenfalls teuer geworden.
Lösung: Proxmox VE mit Ceph Storage
Nach einer zweiwochigen Evaluierungsphase fiel die Entscheidung auf Proxmox VE - die Open-Source-Virtualisierungsplattform, die Enterprise-Features ohne Lizenzkosten bietet.
Migrationskonzept
Wir entwickelten einen Drei-Phasen-Plan, der parallelen Betrieb ermöglichte und schrittweise Workloads verschob:
- Phase 1 - Infrastruktur: Aufbau eines 3-Node Proxmox Clusters mit Ceph Storage auf der bestehenden Hardware
- Phase 2 - Test-Migration: Nicht-kritische Systeme (Fileserver, Testumgebungen) als Proof-of-Concept
- Phase 3 - Produktiv-Migration: Schrittweise Migration der produktiven VMs über drei Wochenenden
Technische Umsetzung
Die bestehende Hardware wurde wiederverwendet - drei Dell PowerEdge R740 Server mit je 512 GB RAM und NVMe-Storage. Die VMware-zu-Proxmox-Migration erfolgte mit dem Tool "qm importdisk" nach vorheriger Konvertierung der VMDK-Dateien.
Besondere Herausforderungen
Die CAD-Arbeitsplätze erforderten GPU-Passthrough für NVIDIA Quadro Karten. Proxmox unterstützt dies nativ, allerdings mussten die VM-Konfigurationen angepasst werden. Das ERP-System (SAP Business One auf SQL Server) wurde während eines geplanten Wartungsfensters migriert - inklusive vorherigem Datenbank-Konsistenzcheck.
Ergebnis: 85% Kostenersparnis
Nach drei Wochen Projektlaufzeit war die Migration abgeschlossen. Das Ergebnis übertraf die Erwartungen:
Kostenvergleich im Detail
- VMware (Broadcom-Modell): 48.000 Euro/Jahr (vSphere + vCenter + Support)
- Proxmox VE mit Support: 7.200 Euro/Jahr (Community Subscription für 3 Nodes)
- Einmalige Migrationskosten: 18.000 Euro (Beratung + Umsetzung)
- ROI: Nach 6 Monaten bereits positiv
Weitere Vorteile
- Bessere Performance: Ceph Storage liefert höhere IOPS als die alte vSAN-Konfiguration
- Einfachere Verwaltung: Proxmox WebUI intuitiver als vCenter für das kleine IT-Team
- Zukunftssicher: Keine Abhängigkeit von Broadcom-Entscheidungen
- Skalierbar: Weitere Nodes können jederzeit hinzugefuegt werden
Fazit des IT-Leiters: "Die Migration war einfacher als erwartet. Proxmox bietet alles, was wir von VMware kannten - HA, Live-Migration, Snapshots - aber ohne die Lizenzkosten. Die eingesparten 40.000 Euro pro Jahr investieren wir jetzt in Security und Backup."
Learnings für Ihre Migration
Aus diesem Projekt haben wir wichtige Erkenntnisse gewonnen, die auch für andere VMware-Migrationen relevant sind:
- Hardware-Kompatibilität prüfen: Nicht jede Server-Hardware wird von Proxmox optimal unterstützt
- Storage-Strategie definieren: Ceph, ZFS oder lokaler Storage - die Wahl beeinflusst Performance und Kosten
- Backup vor Migration: Immer einen Rollback-Plan haben
- Testmigration durchführen: Erst nicht-kritische Systeme, dann Produktiv-Workloads
- Schulung einplanen: Das IT-Team muss mit der neuen Plattform vertraut sein
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