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Open Source 16. Februar 2026 12 Min. Lesezeit

Docker & Kubernetes On-Premise: Wann macht es Sinn?

Container sind der Standard für moderne Anwendungen. Aber muss es gleich Kubernetes sein? Und wo sollte der Cluster laufen - in der Cloud oder im eigenen Rechenzentrum?

78%
nutzen Container
61%
setzen auf K8s
40%
On-Premise
3x
Deployment-Speed

Container haben die Art revolutioniert, wie wir Software entwickeln und betreiben. Docker machte Container massentauglich, Kubernetes wurde zum De-facto-Standard für Orchestrierung. Aber nicht jedes Unternehmen braucht einen Kubernetes-Cluster - und nicht jeder Cluster gehört in die Cloud.

Docker vs. Kubernetes: Was brauchen Sie wirklich?

Bevor wir über On-Premise vs. Cloud diskutieren, müssen wir eine grundlegendere Frage klaeren: Brauchen Sie überhaupt Kubernetes, oder reicht Docker allein?

Wann Docker allein ausreicht

Docker ohne Kubernetes ist völlig ausreichend, wenn:

  • Sie weniger als 20-30 Container betreiben
  • Ihre Anwendungen nicht automatisch skalieren müssen
  • Ausfallzeiten bei Deployments akzeptabel sind
  • Sie kein dediziertes DevOps-Team haben
  • Die Anwendungen auf einem oder wenigen Servern laufen

Tools wie Docker Compose oder Portainer machen die Verwaltung von Docker-Containern einfach. Für viele mittelständische Unternehmen ist das völlig ausreichend.

Wann Sie Kubernetes brauchen

Kubernetes wird sinnvoll, wenn:

  • Sie dutzende bis hunderte Container orchestrieren müssen
  • Automatische Skalierung bei Last erforderlich ist
  • Zero-Downtime-Deployments Pflicht sind
  • Mehrere Teams unabhängig deployen sollen
  • Self-Healing und automatische Recovery wichtig sind
  • Sie Multi-Cloud oder Hybrid-Szenarien planen

Unsere Empfehlung: Starten Sie mit Docker und Docker Compose. Migrieren Sie erst zu Kubernetes, wenn Sie an die Grenzen stossen. Kubernetes löst reale Probleme - aber nur, wenn Sie diese Probleme auch haben.

On-Premise vs. Cloud: Die Entscheidung

Wenn Sie sich für Kubernetes entschieden haben, stellt sich die nächste Frage: Wo soll der Cluster laufen? Managed Kubernetes in der Cloud (EKS, AKS, GKE) oder selbst betrieben im eigenen Rechenzentrum?

Für On-Premise spricht

  • Volle Kontrolle über Daten und Infrastruktur
  • Planbare Kosten ohne überraschende Cloud-Rechnungen
  • Keine Abhängigkeit von Cloud-Providern
  • Compliance-Anforderungen (DSGVO, branchenspezifisch)
  • Niedrigere Latenz bei lokalen Workloads
  • Bestehende Hardware kann genutzt werden

Gegen On-Premise spricht

  • Höhere initiale Komplexität beim Setup
  • Betriebsverantwortung liegt bei Ihnen
  • Updates und Patches selbst managen
  • Skalierung erfordert Hardware-Beschaffung
  • Mehr Expertise im Team erforderlich
  • Keine automatische globale Verteilung

Kubernetes On-Premise: Die technischen Optionen

Wenn Sie sich für On-Premise entscheiden, haben Sie mehrere Optionen für die Kubernetes-Distribution:

k3s - Leichtgewichtig und einfach

K3s von Rancher ist unsere Empfehlung für die meisten mittelständischen Unternehmen. Mit unter 100 MB ist es leichtgewichtig, läuft auf Proxmox-VMs oder Bare Metal und ist in Minuten installiert. Perfekt für Cluster mit 3-20 Nodes.

RKE2 - Der sichere Mittelweg

RKE2 (Rancher Kubernetes Engine 2) bietet mehr Enterprise-Features als k3s, bleibt aber einfacher als Vanilla Kubernetes. Gute Wahl für Unternehmen mit höheren Sicherheitsanforderungen.

Vanilla Kubernetes - Maximale Kontrolle

Installation mit kubeadm oder Kubespray. Maximale Flexibilität, aber auch maximaler Aufwand. Nur sinnvoll, wenn Sie ein dediziertes Platform-Team haben.

Die beste Kubernetes-Distribution ist die, die Ihr Team beherrscht. Komplexität ohne Nutzen ist keine Tugend - starten Sie einfach und wachsen Sie mit den Anforderungen.

Best Practices für Kubernetes On-Premise

Aus unseren Projekten haben wir einige Best Practices für On-Premise Kubernetes entwickelt:

Infrastruktur-Empfehlungen

  • Mindestens 3 Control Plane Nodes für Hochverfügbarkeit
  • Dedizierte Worker Nodes für Workloads, getrennt von Control Plane
  • Schneller Storage - SSDs sind Pflicht, NVMe empfohlen
  • 10 GbE Netzwerk zwischen den Nodes für Ceph/Storage
  • Redundante Netzwerk-Anbindung für die Worker

Software-Stack

  • Ingress Controller: Traefik oder Nginx Ingress
  • Storage: Longhorn (einfach) oder Rook-Ceph (performant)
  • Monitoring: Prometheus + Grafana (Helm Chart)
  • Logging: Loki oder EFK-Stack
  • GitOps: ArgoCD oder Flux für Deployments
  • Backup: Velero für Cluster-Backups

Kostenkalkulation: On-Premise vs. Cloud

Eine realistische Kostenbetrachtung für einen mittelgroßen Kubernetes-Cluster (6 Worker Nodes, 3 Control Plane):

Cloud (AWS EKS)

  • EKS Control Plane: ~150€/Monat
  • 6x m5.xlarge Worker: ~600€/Monat
  • 3x t3.medium Control Plane: ~100€/Monat
  • Storage (EBS): ~200€/Monat
  • Load Balancer: ~50€/Monat
  • Data Transfer: variabel, oft unterschätzt
  • Gesamt: ~1.100€/Monat = ~13.200€/Jahr

On-Premise (auf Proxmox)

  • Hardware (3 Server): ~15.000€ einmalig, 5 Jahre Nutzung
  • Strom + Kuehlung: ~200€/Monat
  • Colocation/Housing: ~300€/Monat
  • Support/Wartung: ~200€/Monat
  • Gesamt: ~700€/Monat + 3.000€/Jahr Abschreibung = ~11.400€/Jahr

On-Premise ist bei diesem Szenario leicht günstiger - aber der wahre Vorteil liegt in der Planbarkeit und Kontrolle. Keine überraschenden Kosten bei Traffic-Spitzen, volle Datenhoheit.

Fazit: Die richtige Entscheidung treffen

Kubernetes On-Premise macht Sinn, wenn Sie Datenhoheit, planbare Kosten und Unabhängigkeit von Cloud-Providern schaetzen. Es erfordert mehr initialen Aufwand, aber mit den richtigen Tools und Partnern ist der Betrieb gut beherrschbar.

Für viele Unternehmen ist ein hybrider Ansatz optimal: Produktive Workloads On-Premise für Kontrolle und Compliance, Cloud für Burst-Kapazität und globale Verteilung.

Wir bei HostSpezial unterstützen Sie bei der Planung, Implementierung und dem Betrieb von Container-Plattformen - ob Docker, Kubernetes oder beides.

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